THOMAS DÜRST FOTOGRAFIE

Architekturfotografie:
Gebäudeelemente — Fenster und Fassaden

(19. Juni 2020)
Fensterformen unterscheiden sich in verschiedenen Bauepochen, insbe­son­dere in der Zeit nach 1900 bis heute. So sind die Fensterformen durchaus typisch für einzelne Bauepochen, sie allein charakterisieren aber nicht den Baustil. Hinzu kommen weitere Elemente der Fassadengestaltung wie Anord­nung der Fenster, Schmuckelemente oder verwendete Materialien.

Teil 1: Fensterformen
Teil 2: Fenster und Fassaden

Alle Fotos: © Thomas Dürst 2020

Fenster und Fassaden


Historische Rathaus Landsberg am Lech;
Fassadengestaltung (Barock) 1719—1721 durch Dominikus Zimmermann

Mehrfache Renovierungen in späterer Zeit
Bemerkenswert sind die nach oben hin zunehmenden Fensterhöhen (Kreuzstockfenster mit Butzenscheiben), die auf die Bedeutung der dahinter liegenden Räume hinweisen.
Weitere Infos zum Gebäude: Stadt Landsberg am Lech (-> Bauwerke ->Historische Rathaus)


gegliederte Fassade, um 1846
Architekt: Friedrich Bürklein


Reich gegliederte Fassade; Historismus/Neurenaissance; ca. 1880
Die Fenster sind durch Schmuckelemente hervorgehoben und miteinander verbunden.


Jugendstilarchitektur mit sehr einfach gehaltenen Fenstern in serieller Anordnung; 1890er Jahre
Majolikahaus, Linke Wienzeile 40, Wien; erbaut 1898/99; Architekt: Otto Wagner.
Im Jugendstil werden in Hinblick auf die Fenster zwei Gestaltungsweisen unterschieden: Einerseits kamen sehr unterschiedliche Fensterformen zum Einsatz, auch gemischte bei einem Gebäude: neben rechteckigen und Bogenfenstern freie Formen, ohne oder mit geraden oder geschwungenen Sprossen, auch asymmetrisch über die Fassade verteilt; hier waren die Fenster ein wesentliches architektonisches Gestaltungsmittel. Andererseits, wie beim Majolikahaus, spielte die Gestaltung der Fenster eine untergeordnete Rolle: es kamen einfache herkömmliche Fensterformen zur Anwendung. Wesentlich war die Gestaltung der Fassade.


Fassade mit zwei Fensterarten: dreiachsige rechteckige Kreuzstockfenster und „Mittelstock-“Rundbogenfenster; Anfang 1920er Jahre
Fenster jeweils mit Binnengliederung (Sprossen); vertikale Gliederung der Fassade durch Pilaster mit ionischen Kapitellen.
Ehemals Erweiterungsbau des Postscheckamts Berlin, heute Teil des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung


Bürogebäude; Rasterfassade mit Travertinplatten verkleidet, 1950er Jahre
Osram-Haus, Ernst-Reuter-Platz 8, Berlin-Charlottenburg
Architekt: Bernhard Hermkes
Weitere Infos zum Gebäude: Berlin.de


Stark gegliederte Fassade, 1950er Jahre
Neue Maxburg München, Behörden-(Justiz-) und Geschäftsgebäude. Skelettbauweise (Stahlbeton); erbaut 1954—1956 anstelle der 1944/45 fast vollständig zerstörten Herzog-Maxburg. Architekten: Theo Pabst und Sep Ruf.


Fassade mit hochrechteckigen Fenstern; 1960er Jahre
Kaufhaus, 1966 fertig gestellt.
München, Orleansplatz


Fassade mit dreigliedrigen quer-rechteckigen Fenstern und Bullaugenfenstern; 1980er Jahre
(2008 saniert). Die Fenster der beiden oberen Stockwerke sind optisch durch dunkle Platten miteinander verbunden und täuschen dadurch eine hoch-rechteckige Form vor.
Ostbahnhof, München


Fensterbänder in vertikal gegliederter Fassade, mit Metallpaneelen verkleidet (Elementfassade); 1984
Arabella-Bogen, von der Bevölkerung „Weißer Riese" genannt; Wohn- und Geschäftshaus.
(München)


Vertikal gegliederte Fassade mit quer-rechteckigen Mittelstockfenstern; 1990er Jahre
Hotel, München


Gewellte Fassade mit Guckkastenfenstern; 1990er/2000er Jahre
Fasssade des DZ-Bank-Gebäudes auf der Seite Behrenstr.; Berlin-Mitte
Erbaut 1996—2001; Architekt: Frank O. Gehry
Weitere Infos zum Gebäude: DZ Bank (ehemals DG-Bank) am Pariser Platz


Fassade mit hoch-rechteckigen, horizontal asymetrisch geteilten Fenstern, 2000er Jahre
Wohngebäude, München-Nymphenburg


Strukturierte Glas-Metall-Fassade; 2010er Jahre
Vertikal zickzackförmig gesetzte Glasscheiben und Metallplatten, horizontal gegeneinander versetzt, was eine flechtwerkartige Struktur ergibt.
Mercedes-Benz Vertriebszentrale Berlin-Friedrichshain; Architekturbüro Gewers & Pudewill
Weitere Infos zum Gebäude: Baunetz_Wissen


Fassade mit Schießscharten- und Parabel-artigen Fenstern; Fertigstellung 2020
Die beiden oberen Stockwerke sind durch die Parabel-artigen Fenster optisch miteinander verbunden
Bürogebäude „MY.O“ (My Office), München Nymphenburg; Entwurf: Maier Neuberger Architekten
Weitere Infos zum Gebäude: z.B. Süddeutsche Zeitung



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Fensterformen







© Thomas Dürst 2020